Der 6. September 1683 ist der Geburtstag Waldbergs, seiner Dorfsiedlung und Feldmark. Der Ort hat wie das Kloster Kreuzberg (1681) und die anderen Walddörfer Langenleiten (1694) und Sandberg (1691) ein ziemlich gleiches Alter.
Die Uransiedler waren Bauern aus Premich.. Zehn Siedler, deren Namen urkundlich belegt sind, zogen auf den "Waltberg" und begannen mit dem Roden. Es waren dies: Michael Bühner, Valentin Kehsler, Mathes u. Valtin Bühner, Adam Leimbach, Hanns Schmitt, Hanns Leimbacher und Hanns Voll.
531 Morgen Land wurden zur Rodung ausgegeben, davon ein Morgen "zur Kirche und Leichhoff", 30 Morgen zu den "Hofraiten", also für jede Hofrait drei Morgen. Die übrigen 500 Morgen mussten zu "Ackerfeld, Hutweid u. Wiesen" verwendet und "sobald als möglich in ordentlichen Bau gebracht" werden.
Das Bauholz in Aspen und Eichen durfte dem "als ein Erb und Zinslehen" übereigneten Waldstück von 531 Morgen entnommen und das Fehlende, Stöcke und Schwellen aus dem übrigen Salzforst von den Forstleuten "ohne Entgelt" angewiesen werden.
Mit ihren 50 Morgen Land waren die Urväter von Waldberg besser gestellt als später die Neusiedler von Langenleiten (29,1) und Sandberg (14,1). Auch hatten die Waldberger "Hut und Trieb" sowohl mit gehörntem als auch anderem Vieh und die "Mastung" (Schweinemast).
Ferner sollte ihr Gebiet von "allem Beytrieb u. Kuppelhuth befreyet" sein. Sie durften den "Hoffhansenbrunen" und andere benachbarte Brunnen zur Wässerung gebrauchen. Die Ansiedler erhielten zudem auf Bitten hin sechs Freijahre bis 1690.
So waren die Uransiedler Waldbergs, angesichts der bedrückenden Verhältnisse nach dem 30jährigen Krieg in einer erfreulichen Lage: keine Leibeigenschaft, gutes Besitzrecht, mäßige, nicht erhöhbare Grundzinsen, wenig Frohnden.
Dies verdankten sie der landesväterlichen Huld und staatsmännischen Weitsicht der Bischöfe Philipp von Dernbach (1675 1683) und Konrad Wilhelm von Wernau (1683 1684).
So kamen auf der Suche nach Neuland und der geringen Abgaben wegen in der Folgezeit weitere Siedler aus der näheren Umgebung auf den "Waltberg".
Die Jahreszahlen an den Torstürzen, der durchwegs von außen zugängigen Keller, gaben Auskunft über die ursprüngliche Anlage, Ausdehnung und das allmähliche Wachsen des Dorfes.
Die Häuser, Stallungen u. Scheunen wurden in langer Flucht zu beiden Seiten der einzigen Dorfstraße, mit den Firsten rechtwinkelig zu dieser stehend, errichtet. Hinter der Scheune wurden Gemüse und Grasgärten angelegt. So entwickelte sich das Reihendorf und seine Gemarkung aus dem wilden Waldboden.

